Gefahren und Risiken bei Botoxbehandlungen

In den Medien wird heftig diskutiert, welche Gefahren Botoxbehandlungen mit dem Nervengift Botulinumtoxin bergen. Negative Erfahrungsberichte verbreiten sich in Foren im Internet schnell und bleiben anhaltend im Gedächtnis. – Doch was dabei oft nicht bedacht wird, ist, dass nicht der Wirkstoff allein für ungewollte Nebenwirkungen sorgt, sondern vielmehr dessen nicht fachgerechte Anwendung. Deshalb soll im folgenden Beitrag mit den gängigsten Mythen aufgeräumt werden. Sie werden zudem darüber informiert, was es bei einer Botoxbehandlung alles zu beachten gibt.

Ist Botox wirklich ein Gift?

Botulinumtoxin ist ein von Bakterien (Chlostridien) unter anaeroben Bedingungen hergestellter, natürlicher Eiweißstoff. Es wurden bisher sieben verschiedene Typen des Toxins, von A bis F, entdeckt. Der Stoff wird in reiner Form isoliert und als Medikament von verschiedenen pharmazeutischen Firmen produziert. Es ist weder vergleichbar mit einem Schlangengift noch mit einem chemischen Kampfstoff oder einem Insektengift – es ist ein natürliches, giftiges Bakterieneiweiß, das man in geringsten Mengen sogar in der Gartenerde finden kann. Wie Botulinumtoxin wirkt, hängt letztendlich von der Dosierung, dem Reinheitsgehalt, der Herstellung und vielen anderen Komponenten ab.

Botox wirkt dabei nicht „giftig“ im klassischen Sinne – es bewirkt, dass Muskeln für eine gewisse Zeit erschlaffen. Das geschieht, in dem der in den Muskel injizierte Stoff am Nervenende die Freisetzung des Neurotransmitters, Acetylcholin, blockiert. Diese Substanz ist u. a. für die Erregungsübertragung zwischen Nerven und Muskeln verantwortlich. Seit Jahrzehnten wird die heilende Wirkung für verschiedene Bereiche der menschlichen Gesundheit erforscht.

Wie groß ist das Vergiftungsrisiko bei Botox?

Botulinumtoxin ist ein Stoff, der außerhalb des Körpers sehr schnell zerfällt. Schon allein ein bis drei Stunden Sonnenlicht zerstören das Neurotoxin. Aber auch eine Erhitzung bei 85 Grad Celsius für fünf Minuten oder gechlortes Wasser können das „Gift“ zersetzen.

Deshalb sind Lebensmittelvergiftungen mit Botox sehr selten. Unbestreitbar ist, dass man bei einer Blockierung von lebenswichtigen Muskeln durch den Wirkstoff sterben kann. Die tödliche Dosis für das Neurotoxin A liegt bei 0,001 µg/kg. Das mag zwar eine winzige Menge sein, doch in Anbetracht dessen, dass der Wirkstoff nur in sehr starker Verdünnung eingesetzt wird, bräuchte es dreißig bis vierzig Ampullen, damit eine tödliche Vergiftung eintritt. Wissenschaftler sprechen daher von einem großen „therapeutischen Fenster“. Das heißt, dass die wirksame Menge des Medikaments ist um ein Vielfaches geringer als dessen tödliche Menge.

Um Ihnen einen Vergleich aufzeigen zu können: Wenn sich ein Zuckerkranker die doppelte Menge Insulin spritzt, kann das mitunter tödlich sein. Wenn ein Arzt Ihnen jedoch die doppelte Menge Botox spritzt, ist das in keinem Fall gefährlich für Ihre Gesundheit. Botox wird seit Jahrzehnten angewandt und bis heute gibt es keinen einzigen Todesfall. Auch Langzeitnebenwirkungen sind trotz dreißigjähriger Anwendung bislang nicht bekannt.

Was sind mögliche kurzfristige Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen sind möglich, treten jedoch sehr selten auf. In der Regel gilt: Bei Überdosierung oder unprofessioneller Anwendung können unerwünschte Ergebnisse entstehen. Bei weniger als zehn Prozent der im oberen Gesicht behandelten Patienten kann es zu vorübergehendem Kopfschmerz kommen. Dieser kann unter Umständen mehrere Tage andauern. Wenn eine solche Reaktion eintritt, ist es ratsam, in der nächsten Sitzung ein anderes Botulinumtoxin-Präparat zu verwenden oder die Dosierung zu verringern.

Noch weniger Patienten berichten von grippeähnlichen Symptomen am Abend nach der Behandlung. Diese Reaktion ist auf einen Bestandteil des Wirkstoffs zurückzuführen, kann jedoch auch durch einen Präparatwechsel minimiert werden. Blaue Flecke, sogenannte Hämatome, können durch eine Verletzung kleiner Blutgefäße durch die Injektionskanüle auftreten, sind aber auch sehr selten.

Botox München

Über weitere, mögliche Nebenwirkungen zu einer Botoxbehandlung in München können Sie sich gern ausführlich unter den Leistungsbeschreibungen zu Botoxbehandlungen hier auf der Seite oder in einem persönlichen Beratungsgespräch bei Dr. Giessler in München informieren.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit eines hängenden Oberlids?

Vielleicht haben Sie sich auch schon informiert und sind im Internet darauf gestoßen, dass einige Patienten von schlaffen und herabhängenden Oberlidern nach Botoxbehandlungen berichten.

Hierzu ist zu sagen: Die Gefahr dieser Nebenwirkung ist gering. Nur bei 0,5 % der Behandelten trat solch eine Nebenwirkung auf. Eine vorangegangene Lidstraffung oder Überdosierung von Botox kann begünstigend dafür sein.

Davon abzugrenzen ist das Absinken der Augenbrauen durch die Entspannung des Stirnmuskels. Es kann der Effekt der „schweren Augenlidern“ entstehen, wenn der Behandelnde nicht ausreichend Kenntnis über die korrekte Dosierung und mögliche Nebenwirkungen besitzt. Besonders wenn schon viel schlaffe Haut um die Augen vorhanden ist, ist die Gefahr der abgesenkten Lider besonders hoch. Diese Nebenwirkung kann aber wiederum durch eine Behandlung mit Botox abgemindert werden – zu hundert Prozent ausschließen kann man sie jedoch nicht.

Was steckt hinter dem Begriff „overbotoxed“?

Um „überbehandelte“ Gesichter zu beschreiben, wird häufig der Begriff „overbotoxed“ verwendet. Er drückt aus, dass die Gesichtsmimik unnatürlich und steif wirkt. Gerade bei prominenten Patienten, welche zu hohen Dosen greifen, um einen möglichst langanhaltenden Effekt zu erzielen, ist das häufiger zu beobachten und es entsteht ein „Maskengesicht“.

Bei richtiger und schonender Anwendung durch erfahrene Fachärzte wie Dr. Giessler besteht dieses Risiko aber nicht, sodass die Natürlichkeit der Gesichtsmimik erhalten bleibt. Vorsicht sollte geboten sein bei sogenannten Botoxpartys, Flatrate-Angeboten, Behandlungen durch den Friseur oder Kosmetiker im Hinterzimmer oder Billigangeboten. Lassen Sie sich nur von einem qualifizierten Arzt behandeln, um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden. Dann können Sie sich ganz unbesorgt auf Ihr neues, frisches Aussehen freuen.

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